18 December 2008

Mirco Buchwitz’ nutzloser Datenmüll.

Filed under: FUNDSTÜCKE - uffakistan @ 9:58 am


Hinweis vom Künstler – To increase quality: don’t watch!

Sehr schön das.

11 November 2008

Die Worte.

Filed under: FUNDSTÜCKE - uffakistan @ 12:53 pm

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden sucht das Wort des Jahres 2008. Die schönsten Schlagworte dieser Tradition waren meines Erachtens bisher das Wort "aufmüpfig" im Jahre 1971, "konspirative Wohnung" im Jahre 1978, "Ellenbogengesellschaft" im Jahre 1982 und "Reisefreiheit" im Jahre 1989. (Die komplette, mitunter äußerst unterhaltsame Liste der Favoriten und Gewinner eines jeden Jahres gibt es bei der GfdS online zu bewundern.) Vom Tatendrang gepackt, habe ich demnach gleich mein Wort 2008 via Mail eingereicht. Es lautet Finanzterrorist und ich danke der Süddeutschen Zeitung rechtherzlich für die Inspiration und ihren heutigen Artikel zum Thema.


Vom Aussterben bedroht: das Wort "Schlüpfer".

Aber nicht nur die GfdS sucht nun schon seit Jahren regelmäßig nach dem Wort des Jahres. Ähnliche Initiativen finden sich in Österreich (Favorit: Penthouse-Sozialisierung, 2006), in Liechtenstein (Favorit: Koalitionsharakiri, 2005) und in der Deutschschweiz (Favorit: Aldisierung, 2005). Darüberhinaus wird jährlich munter nach Unworten des Jahres (zurückliegend: Herdprämie, Kollateralschaden, Peanuts) oder auch nach dem etwas ungelenken best-eingewandersten Wort (ja wirklich!) gesucht.

Eine schöne Kategorie fand sich schließlich mit dem schönsten bedrohten Wort (mittlerweile auch mit einem feinen Onlinelexikon der bedrohten Wörter gekrönt). Im Jahr 2007 waren das:
Platz 1: Kleinod
Platz 2: blümerant
Platz 3: Dreikäsehoch
Platz 4: Labsal
Platz 5: bauchpinseln
Platz 6: Augenstern
Platz 7: fernmündlich
Platz 8: Lichtspielhaus
Platz 9: hold
Platz 10: Schlüpfer

Ob es sich bei der Einsendung des Wortes Finanzterrorist nun tatsächlich um ein Wort des Jahres oder gar ein Unwort des Jahres handelt, bleibt zu überdenken… Einsendeschluss bei der GfdS ist der 1. Dezember 2008.

10 November 2008

Unglaublich. 1968. France Gall.

Filed under: FUNDSTÜCKE - uffakistan @ 10:38 pm

"Der Computer Nr. 3"

Die Gute war ihrer Zeit weit voraus. Und später hat’s dann doch noch geklappt. Viel später. 1987. Nummer-Eins-Hit: Ella elle l’a. Album: Babacar.

Not in my name!

Filed under: ITALIA - uffakistan @ 1:20 pm

Italiens Transportunternehmen streiken wegen drohender Kürzungen, die Jugend streikt gegen herbe Bildungsreformen, ein Teil des Volkes formiert sich zu offenen Demonstrationen gegen Berlusconi. Die sonst so shopping-fixierten Italiener beginnen sich zu bewegen. Gut so.

5 November 2008

Wahlausgang in den USA - 50 (äh 100) Titelblätter

Filed under: ITALIA - uffakistan @ 1:27 pm

Ein Service in Repubblica: 100 Titelblätter nach dem Sieg Obama’s.

PS: Man beachte, dass Repubblica in ihrer Headline von 100 Titelseiten spricht. ABER wir sind in Italien - wer will da denn schon kleinlich sein und bemerken, dass in Wirklichkeit nur 50 zu sehen sind.

(bitte einfach auf das Bild klicken)


3 November 2008

Ponyhof?

Filed under: FUNDSTÜCKE - uffakistan @ 8:14 am


Ohne Worte.

31 October 2008

Hier ist was los.

Filed under: ITALIA - uffakistan @ 1:17 pm

Allein in sechs Tagen gingen mehr als drei Millionen Menschen auf Italiens Straßen, um gegen Berlusconi’s Regime und dessen Reformen zu protestieren.

Am Samstag, den 25.Oktober 2008 fanden sich zwei Millionen Menschen auf dem Circus Maximus ein, um gemeinsam mit der Demokratischen Partei (PD) und dessen Vorsitzenden Walter Veltroni gegen die Zustände unter der Regierung Berlusconi die Stimmen zu erheben. Dass es sich dabei nicht nur um eine einseitige PD-Werbeveranstaltung handelte, unterstrich die Teilnahme weiterer Oppositionsparteien wie die der Grünen, der Kommunisten und dem „Italien der Werte“. Erschütternd dabei bleibt nach wie vor die Berichterstattung der Medien. Zeuge von Medienmanipulationen konnte dementsprechend jeder Bürger Italiens in den 19 Uhr-Nachrichten an selbigem Samstagabend werden. Die drei staatlichen Kanäle sind RAI 1, RAI 2 und RAI 3. RAI 1 und 2 werden von der Regierungsmehrheit kontrolliert. Da Berlusconi in den Parlamentswahlen im April alles in allem 60% der Zustimmungswerte für sich gewinnen konnte, unterstehen ihm nun die beiden ersten Kanäle. (Nebenbei bemerkt, werden Berlusconi die Privatkanäle Rete 4, Canale 5 und Italia Uno zugeordnet.) ZWEI MILLIONEN MENSCHEN waren in meinen Augen in jedem Fall eine Notiz in den Nachrichten wert, um nicht zu sagen einen Einspieler mit einigen Themenschwerpunkten der Veranstaltung. In den Italia Uno Nachrichten wurde auch berichtet. Ohne Einspieler. Ohne Video. Die Sprecherin flötete lediglich daher, dass sich 200 000 (nach Polizeiangaben) Menschen in Rom zu einer PD Veranstaltung getroffen hatten und ging nicht minder sinnentleert und schwungvoll hopplahopp zum nächsten Thema über. Das Pendant zu diesen Nachrichten strahlte schließlich RAI 3 aus. Elf Minuten Bericht. Sequenzen von Menschenmassen, die sich durch die Straßen walkten um den Circo Massimo zu erreichen und zu protestieren. Gegen Berlusconi. Gegen das Regime. Gegen die Zustände in diesem Land. Zu sehen war ein Italien, das besser ist als die Rechte, die es regiert, so Veltroni. Berlusconi’s Reaktion jedoch war wie zu erwarten unterkühlt und trocken. Die Opposition solle sich seinen Reformen anschließen, nur so sei das Land zu retten. Basta.


Quelle: Repubblica

Nur fünf Tage später, am Donnerstag den 30. Oktober 2008 dann eine weitere Demonstration. Von überall her meldeten die Pressestellen mehr als eine Million Teilnehmer verteilt auf Großstädte wie Mailand, Turin, Rom, Venedig, Palermo usw. Protestiert wurde gegen die Bildungsreform Gelmini’s, die in den nächsten Jahren Stellenkürzungen im sechsstelligen Bereich in Schulen und Universitäten des Landes vorsieht. Eine ganz und gar unvorstellbare Reform, betrachtet man die Funktionsweise des Bildungsapparates in Italien und denkt nur an die Tatsache, dass nur eine kaum augenscheinliche Minderheit der Italiener die Schule verlässt und in der Lage ist überhaupt irgendeine weitere Sprache neben der eigenen Muttersprache auch nur halbwegs zu beherrschen. Allein das ist bereits ein Skandal, der seinesgleichen sucht. Hinzu kommen weitere zum Himmel schreiende Ideen verpackt in form eines Gesetzes, dass die Kultusministerin Mariastella Gelmini (zugehörig zu Berlusconi’s Forza Italia) in der nächsten Woche in all seinen Details präsentieren wird. Von der Streichung von 90000 Lehrerstellen und 40000 Verwaltungsstellen ist da die Rede, von der Neubesetzung lediglich einer aus fünf Professorenstellen an den Universitäten, drei Milliarden Euro sollen auf diese Art und Weise eingespart werden. Das Volk antwortet mit ohnmachtgeschwängerte Protesten, während die regierungsbeteiligte Lega Nord schon mit weiteren Maßnahmen liebäugelt: Schulklassen für Italiener und Schulklassen für Ausländer strikt zu trennen. Italien ist kein faschistisches Land. Aber es hat eine faschistische Regierung, die plötzlich niemand mehr gewählt haben möchte.

Aber immerhin: mehr als drei Millionen Menschen gehen in Italien auf die Straße um zu demonstrieren. Gegen Berlusconi. Drei Millionen!

10 September 2008

Sicher Mama.

Filed under: ITALIA - uffakistan @ 7:02 am

Der Freund eines Freundes lebt in Süditalien. Alle Italiener haben Freunde eines Freundes da unten. In Süditalien. Der Freund den ich meine, heißt Marco. Marco ist 35, ein Frauenheld und lebt noch bei seiner Mama. Streichen wir das "noch". Marco ist 35, ein Frauenheld und lebt bei seiner Mama. Mutti ist geschieden und hat ein Porzellangeschäft in Pescara. Dort arbeitet Marco jetzt auch. So richtig wollte er das nicht, aber nachdem er seine Arbeit in Mailand verloren hatte, war es zu müßig sich selbstständig nach etwas Neuem umzusehen. Also zurück zu Mama.

Marco ist gerade zu Besuch, um seine letzten Habseligkeiten für Süditalien zusammenzuklauben. Mutti ruft ihn ihn ausufernd und stündlich - also mindestens achtmal täglich an. Drohgebärden inklusive. Als sie ihm eine Nummer diktieren wollte, wurde ich aufgrund des Lautsprecher-Modus ungewollter Zeuge der Konversation:
Mutti: "Marco (forsche Betonung auf "o"), Du rufst mich heute nochmal an!"
Marco: "Sicher Mama."
Mutti: "Marco (eine rundum forsche Betonung von "M" bis "o"), wenn Du mich nicht bis 13 Uhr anrufst, dann ("ja was dann" - dachte ich), dann ruf ich Dich eben an. Verstanden?"
Marco: "Aber sicher Mama. Also dann bis später Mama. Küsschen, Küsschen Mama."

Marco und ich sind dann nach Mailand zur - logisch - Porzellanmesse gefahren. Aber damit will ich Euch nicht langweilen. Nur eines: es gab dort einen irren Aussteller namens "Seletti". Die hatten Legosteine, Totenköpfe und sogar Revolver in Originalgröße aus Porzellan im Sortiment. Marco gefielen besonders die Revolver.

www.seletti.it

9 September 2008

Hier spricht Peter Nalitch.

Filed under: FUNDSTÜCKE - uffakistan @ 12:30 pm

Alles begann mit Peter Nalitch´s „Gitar“ auf You Tube in Kombination mit der Wissbegierde einer Ohrwurm-Infizierten. Seit dem ersten Zusammentreffen von Video auf Gehörgänge vibrierte es "Gitarrr Gitarrr" in meinem Dickschädel. Und der wollte mehr. Meine Neugier ließ mich also in die Tiefen des Internets abgleiten – auf der Suche nach Peter. Wer bist du Peter, was isst du Peter, wie lebst du Peter, fragte ich mich und stellte fest, dass mir das sonst so ergiebige Netz nur Stille entgegen schrie. Zumindest fand sich in den Blogs dieser Welt nur besagtes Gitar-Video unter den Postings, Artikel waren nicht zu finden - außer in der Netzwelt des Spiegels. Aber das erwähnte ich bereits (siehe: Wer ist eigentlich Peter?).

Mein nicht auszubremsender Tatendrang führte also zu einem Interview-Termin mit Peter. Fragen bitte nur per E-Mail, mein Englisch ist ein wenig merkwürdig, sprach´s und zappzarapp hatte Herr Nalitch eine weitere Mail in seinem Postfach. Das überraschende Ergebnis: Peter Nalitch träumt von einer Karriere als Opernsänger.

Mit "Gitar" hast Du einen echten Schlager fabriziert. In Russland´s Diskos ist es der Gassenhauer schlechthin, eine Mitgröl-Nummer, karnevalstauglich. Dein Kommentar?
Peter Nalitch: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich für die Masse ein One-Hit-Wonder bleibe. Nicht nur bei Euch im Westen, sondern auch hier im Osten. “Gitar“ ist eine wirklich universelle Nummer aber naja, wir spielen natürlich verschiedene Songs in völlig unterschiedlichen Stilen. Für mich ist es ganz normal neben schwer melancholischen Songs auch alberne Stücke zu haben. Musik ist eklektisch und mein Geschmack ist wirklich vielseitig. All das wird auf dem Album zu hören sein, dass wir gerade in einem Studio in Moskau produzieren. Wir werden es im November veröffentlichen.

Bei welchem Label wird das Album rauskommen?
Peter Nalitch: Wir haben keinen Vertrag mit einem Label unterzeichnet. Wir wollen das schlichtweg nicht. Man könnte es auch einfach so formulieren: Wir haben nicht ein einziges interessantes Angebot von einem Label bekommen. Ich hoffe, dass wir auch ohne das auskommen werden. Auf diese Art und Weise sind wir nicht an irgendwelche Formate oder Pflichten gebunden.

Wird es zu dem Album eine Tour geben?
Peter Nalitch: Nein, ich möchte nicht auf Tour gehen. Das Publikum ist über uns meist nicht besonders gut informiert. Meist kennen sie nur unsere alberne Seite. Es ist zwar sehr aufregend und spannend auf die Bühne zu gehen und zu sehen, wie die Leute auf ruhigere Stücke reagieren, aber eine Tour wird es trotzdem nicht geben.

In einigen russischen Artikeln ist zu lesen, dass dein Großvater ein festes Engagement als Opernsänger an der Oper in Belgrad hatte. Inwiefern hat dich das geprägt?
Peter Nalitch: Das ist richtig. Mein Großvater war Opernsänger, allerdings starb er bereits als ich drei Jahre alt war. Es wäre also absolut übertrieben zu sagen, dass er mich stark beeinflusst hat. Allerdings hat mein Vater stets und ständig und überall gesungen und das hat mich tatsächlich sehr geprägt. Es ist eine der Ursachen dafür, dass ich im Alter von sechs Jahren begonnen habe, regelmäßig und vor allem freiwillig zum Klavierunterricht zu gehen. Heute nehme ich klassischen Gesangsunterricht bei Irina Iwanowna Mukhina in den Orpheus Studios in Moskau. Sechsmal die Woche treffen wir uns, arbeiten an meiner Stimme, proben verschiedene Opernausschnitte. Ich möchte meine ganze Kraft darauf verwenden eines Tages tatsächlich auf großen Opernbühnen singen zu dürfen.

Was wird man also in Zukunft von Peter Nalitch hören?
Peter Nalitch: Um ehrlich zu sein, würde ich nicht sagen, dass die Welt auf einen wie mich wartet. Die Welt braucht mich nicht. Aber ich hoffe, dass es ein paar Leute geben wird, die meine Art von Musik – leicht und eklektisch – mögen werden. Und ja, vielleicht wird man mehr von dem Nalitch hören, Peter Nalitch – dem Opernsänger.

24 August 2008

Wer ist eigentlich Peter?

Filed under: FUNDSTÜCKE - uffakistan @ 3:59 pm

Aus den tiefsten russischen Blog-Gefilden schwappte Peter Nalitch´s legendärer You-Tube-Post „Gitar “ im letzten Jahr über Osteuropas Grenzen hinweg bis in unsere Gehörgänge. In denen treibt er sich nun schon seit Ende letzten Jahres herum und markieren wir den 29. November 2007 als Tag seines offiziellen Existierens in Deutschland (aufgrund eines Artikels von Frank Patalong im SPIEGEL Online) so stellt sich seitdem noch immer die Frage: Wer ist dieser Peter überhaupt?

Patalong´s Artikel analysiert Nalitch´s Ohrwurm, übersetzt Textpartien und lamentiert recht unmotiviert über sogenannte Community-Karrieren, die getreu der Logik des Guerilla Marketings oftmals geschickt fingiert werden. Ok, so weit so gut. Die Analyse, welcher Community Nalitch wann beitrat, bleibt letztendlich wenig aufschlussreich was Nalitch´s Person betrifft. Die damalige Zahl der 400.000 Zuschauer galt bereits 2007 als beindruckendes You-Tube-Zeugnis, das nunmehr mit prallen 1.400.000 Millionen Zuschauern aufwarten kann.

Allerlei Webmythen rangten sich seitdem um den Mann mit dem betörend akzentbehafteten Englisch-Sing-Sang und einmal nachgeforscht, lässt sich entdecken, dass der 1981 geborene Nalitch tatsächlich einige skurile Geschichten zu erzählen hat. So endet etwa die Karriere seines bosnischen Urgroßvaters – ein lyrischer Tenor mit festem Opern-Engagement in Belgrad – mit einem folgenschweren Kehlkopfbruch zu Kriegszeiten. Der Weg des Großvaters führte daraufhin in die damalige Sowjetunion, wo er sich Zeit seines Lebens beim Radio verdingen sollte. Bei Nalitch´s daheim in Moskau wurde des Abends stets gesungen, bevorzugt Zigeuner-Lieder und Schnulzen, wie Nalitch das nennt. Peter entdeckt die lateinamerikanische Musik für sich, hegt eine tiefe Leidenschaft für Chansonier Aznavour und hört heute am liebsten klassische Musik und Jazz.

Alles reichlich ernsthaft für einen jungen Musiker, dessen größter Erfolg bisher lediglich ein karnevaltauglicher Gassenhauer namens „Gitar“ bleiben sollte – nimmt Nalitch doch sechsmal wöchentlich klassischen Gesangsunterricht, spielt herausragend Piano und schrieb die Filmmusik für „Him, her, his friend and Gavrila“, einem Streifen von D. Ivanov. Seine Webseite offenbart derweil keine Neuigkeiten zu einem eventuellen Plattendeal und die verlinkten Songs kommen nach wie vor als Sketches im Homestudio-Gewand daher. Verhelfen wir Nalitch also zu ein wenig mehr Popularität – natürlich ganz eigennützig, denn ich hätte gern ein richtiges Album von ihm in meiner i-Tunes-Bibliothek.

Peter Nalitch auf You-Tube:
Gitar
Whooly

Für weiterführende Informationen:
www.peternalitch.ru
oder auf Myspace.

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